Das Projekt.

Seien Sie doch mal ehrlich: Toiletten sind eine faszinierende Angelegenheit. Wir alle benutzen sie, aber darüber reden wollen wir eigentlich nicht. Dabei sind Toiletten – und auch die dazugehörigen Klopapierhalter – fast schon Kulturgut. Andere Länder, anderes Shitten.

Vor einigen Jahren sagte ich einmal zu einem Freund: „Ich wünschte, ich hätte jedes Klo fotografiert, auf dem ich im Laufe meines Lebens war.“ Das wäre ein fantastisches Tagebuch meiner gesamten Existenz und meiner vielen Reisen geworden. Die Highlights meiner Collage wären gewesen: Ein Klo ohne Tür in Arizona. Ein völlig verschmiertes Tankstellen-WC in Kairo. Die zahlreichen stillen Örtchen meiner verschiedenen Wohnungen. Dixi-Häuschen, bei denen der Hintern über großen, dunklen Gruben voller namenlosem Schrecken schwebt. Und das sauberste Bahnhofsklo der Welt in Kitzbühel. Toiletten sind Orte der Ruhe, Kabinen, in denen wir im wahrsten Sinne für ein paar Minuten aus dem Berufsalltag, der lauten Familienfeier oder der hämmernden Clubmusik „austreten“, um zu uns selbst zu finden. Hier knöpfen wir uns auf, hier lassen wir uns gehen. Welcher Ort könnte wahrhaftiger sein als dieser?

Genauso spannend wie die Kloschüsseln selbst (und weniger eklig) sind die vielen verschiedenen Klopapierhalter. Mal simpel und rostig, mal gemütlich-rustikal mit Holzschnitzereien, dann wieder opulent wie ein schmiedeeiserner Gothik-Traum: Ich schätze, es gibt so viele unterschiedliche Arten, die geliebte Rolle an der Wand zu befestigen, wie es Toiletten auf der Welt gibt.

Genau darum geht es beim Klopapier Projekt. Um mehr nicht.